Öffnungszeiten: Di – Fr, 15 – 18 Uhr

FLOODED

Ilona Ágnes Tömő und josef trattner  

 7. September bis 2. Oktober 2026 | MAERZ

September bis Oktober 2026

Toemoe-trattner-Einladung

FLOODED
ILONA ÁGNES TÖMŐ UND JOSEF TRATTNER

Eröffnung: Montag, 7. September 2026, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer:
08.09 – 02.10.2026 
Grußworte: Mag.a Margot Nazzal, Direktorin Kultur und Gesellschaft, Land Oberösterreich
Einführung in die Ausstellung: Dr. Georg Wilbertz (Architektur- und Kunsthistoriker)
Klangbegleitung Trattner-Aktion: Werner Puntigam (Posaune)

Finissage: Freitag, 2. Oktober, ab 17:00 Uhr
(Ilona Ágnes Tömő und Josef Trattner sind anwesend)

Konzert im Rahmen der Finissage ab 19:00: RHYTHMUS ABSURD I für Schlagquartett und Tänzerin (Sparte Musik MAERZ).
Mitwirkende:
Pulsar Ensemble (Schlagquartett, künstlerische Leitung Christoph Sietzen), Sonja Stojanović – Tanzperformance

Die Ausstellung FLOODED verknüpft zwei künstlerische Positionen, deren gemeinsamer Bezugspunkt die Ausstellungsräume der MAERZ sind. Die Installationen von Tömő und Trattner sind im Wortsinn raumgreifend: Charakteristika des Raums wie Volumen, Proportion, Weg, Licht etc. werden aufgenommen und mit den gezeigten Werken in spannungsreiche Beziehungen gesetzt. Die dabei erzielten Wirkungen reichen von harmonischem Einklang bis zu konfrontativen Momenten. Partiell durchdringen sich die Arbeiten, so dass die gesamte MAERZ zum Raum eines fließenden, flutenden Werkgeschehens wird. FLOODED bietet den Besucher:innen ein ästhetisches, überaus dynamisches und umfassendes Raumerleben.

Ilona Ágnes Tömő (*1975) arbeitet in den letzten Jahren vornehmlich mit Alltagsmaterialien (u.a. Kaffeefiltern, Papptellern), die in aufwendigen Herstellungsprozessen zu großformatigen, auf den ersten Blick monochrom wirkenden Installationen verbunden werden. In ihren Arbeiten werden Strukturen, Rhythmus und Überlagerungen in organische Bewegungen überführt. Diese stehen mit dem sie umgebenden Raum in einer intensiven Beziehung. Auch wenn sich ornamentale Wirkungen ergeben, ist das Ziel nicht die Herstellung eines harmonischen, konfliktfreien Zustands. Bewegungsbrüche und Strukturstörungen erzeugen eine bewusst gesteuerte Dynamik der Irritation.

Josef Trattner (*1955) wählt als eines seiner Hauptmaterialien immer wieder Schaumstoff. Dieses scheinbar alltägliche Material verwendet er u.a. in rauminszenatorischen, überbordenden Installationen. Diese heben bewusst den Unterschied zwischen Raum, Werk und Betrachtenden auf. Die so inszenierten Räume werden zu interaktiven, sozialen Orten, ermöglichen Begegnung und Dialog. Man kann sich in und mit dem Material bewegen und das Werk als Ganzes körperlich „erobern“. Hinzu treten in FLOODED „klassisch“ skulpturale Arbeiten, deren museale Aura und die ihnen immanente Räumlichkeit spürbare Kontraste zur raumgreifenden Schaumstoffinstallation bilden.

—————————-

FLOODED – Synthesen und Gegensätze

Ilona Agnes Tömő/ Josef Trattner

Eröffnungsworte von Georg Wilbertz, Kurator der Ausstellung

Ausgangspunkt der Ausstellung war der Wunsch, die Räume der MAERZ durch installative Arbeiten und Einzelwerke, die für sich stehen aber letztlich eine Synthese bilden, als Ganzes künstlerisch zu umfassen. Alle Arbeiten von Ilona Agnes Tömő und Josef Trattner verhandeln einen expliziten Raumbezug oder kreieren ein eigenes räumliches Umfeld durch ihre unterschiedliche ästhetische Präsenz.

Die Installationen von Tömő und Trattner sind im Wortsinn raumgreifend: Charakteristika des Raums wie Volumen, Proportion, Weg, Licht etc. werden aufgenommen und mit den gezeigten Werken in spannungsreiche Beziehungen gesetzt. Die dabei erzielten Wirkungen reichen von harmonischem Einklang bis zu konfrontativen Momenten. Partiell durchdringen sich die Arbeiten, so dass die gesamte MAERZ zum Raum eines fließenden, flutenden Werkgeschehens wird. FLOODED bietet den Besucher:innen ein ästhetisches, überaus dynamisches und umfassendes Raumerleben, das sich von jeglicher Alltagserfahrung distanziert.

Die eingesetzten Materialien sind dagegen, bis auf wenige Ausnahmen, „alltäglich“: Pappteller, Kaffeefilter (Tömő) oder Schaumstoff (Trattner). Mit diesen „einfachen“ Materialien werden komplexe „Bilder“ erzeugt, grafische Strukturen geschaffen, plastische Reliefs realisiert und atmosphärisch verdichtete „Landschaften“ in den Räumen zur Wirkung gebracht. Die Vertrautheit der Materialien führt uns nahe an die Werke heran, um mit dem zweiten Schritt eine umso intensivere künstlerische Wirkung zu entfalten.

Das Thema der Flutung kann negativ (Naturkatastrophen) wie positiv konnotiert sein. In den Räumen der MAERZ bewirkt FLOODED eine durchweg faszinierende Aura, die im großen Raum durch die überbordende Schaumstoff-Verschüttung Trattners das sonst geordnete Ambiente in ein sich bewegendes, sich veränderndes „Chaos“ verwandelt. In dieses kann man sich – im Wortsinn – stürzen. Im kleineren Ausstellungsraum herrscht eine völlig andere Atmosphäre. Er ist durch die scheinbar geordneten Arbeiten Tömős und die auratischen Stelen Trattners auf den ersten Blick beruhigt und entfaltet eine stärker auf die räumliche Präsenz der Einzelwerke bezogene Wirkung. Bewegung findet hier durch rhythmische Varianz und kleinteiligere Verschiebungen statt, deren humaner Maßstab uns als Betrachtende einbezieht.

In seltener Konsequenz schafft und inszeniert FLOODED räumliche und atmosphärische Gegensätze, die jedoch ein gemeinsames Ziel verfolgen: zusammenhängende Räume des Erlebens zu schaffen. In diesem Sinn entstehen ästhetisch definierte, soziale Räume, die bei aller inszenatorischen Abstraktion und Distanz zum Alltäglichen Charakteristika unserer Lebenswirklichkeit erfassen und umschreiben.

 

}

07.09.26 19 Uhr | 26.09.26 19 Uhr | 02.10.26 ab 17 Uhr